Moor-PV

Handreichung

Moor-PV: Doppelter Klimaschutz durch Photovoltaik-Systeme auf wiedervernässten Moorböden

Autorinnen und Autoren

Tobias Keinath, Monika Hohlbein, Franziska Tanneberger, Max Trommsdorff, Konstantin Ilgen, Harald Grethe, Jens Vollprecht, José Martinez, Carl Pump, Agnes Katharina Wilke

Herausgeber

Fraunhofer ISE | Sommer 2026

Moor-Photovoltaik (Moor-PV) bezeichnet die Nutzung degradierter Moorflächen zur Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen und die damit einhergehende dauerhafte Wiedervernässung. Durch die Wiedervernässung können die Treibhausgasemissionen der für landwirtschaftliche Zwecke entwässerten Böden deutlich reduziert werden. Gleichzeitig kann das große Flächenpotenzial (ca. 334.500 ha in Deutschland) dieser Standorte für die Gewinnung erneuerbarer Energien genutzt werden. Seit 2023 fördert die Regierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Deutschland die Stromproduktion auf wiedervernässten Moorböden.

Ziel der Handreichung

Die vorliegende Handreichung gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Technik von Moor-Photovoltaikanlagen und formuliert praxisnahe Empfehlungen für Planung, Umsetzung und Politik. Darüber hinaus werden Potenziale, Herausforderungen und offene Fragestellungen erörtert.

Die Handreichung richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, Solarunternehmen, Akteurinnen und Akteure der öffentlichen Verwaltung sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

 

Key Take Aways

  • Die Kombination aus der Wiedervernässung degradierter Moorböden mit PV-Anlagen könnte die Klimaschutzleistung der Fläche steigern. PV-Anlagen könnten dabei als Hebel für die Erhöhung der jährlich wiedervernässten Moorböden genutzt werden.
  • Durch die große Fläche an landwirtschaftlich genutzten Moorböden ohne naturschutzrechtliche Einschränkungen ergeben sich technische Potenziale von ca. 134 bis 268 GWP deutschlandweit.
  • Ob und wie Moor-PV-Anlagen mit einer Wiedervernässung oder sogar Paludikulturen kombiniert werden können, wird noch untersucht. So könnten sich weitere nachhaltige Nutzungsmöglichkeiten bieten und die regionale Akzeptanz gegenüber einer Wiedervernässung gefördert werden. Idealerweise kann sich eine Kohlenstoffsenke durch torfbildende Vegetation etablieren.
  • Bisher liegen deutschlandweit und international kaum Erfahrungen vor, daher besteht noch ein hoher Forschungsbedarf und signifikantes Potenzial für die Förderung nachhaltiger Energieerzeugung und Reduktion von Treibhausgasemissionen.

Die Handreichung wurde in Zusammenarbeit des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, der Universität Greifswald (Partner im Greifswald Moor Centrum), der Humboldt-Universität zu Berlin, Becker Büttner Held, Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater und dem Institut für Landwirtschaftsrecht der Georg-August-Universität Göttingen erstellt und wurde durch Forschungsarbeiten in dem BMFTR geförderten Projekt »MoorPower« unterstützt. Die Autorenschaft dankt für die Unterstützung aus diesem Projekt.

Presseinfos und News zu diesem Thema

Presseinformation | 21.07.2026

Neue Handreichung zu Moor-PV: Photovoltaik- Systeme auf wiedervernässten Moorböden

News | 17.03.2026

Mit Photovoltaik mehr Moore wiedervernässen

Kann Photovoltaik auf wiedervernässtem Moorböden die Flächennutzungskonkurrenz in Deutschland reduzieren und die Wiedervernässung für Landwirtschaftsbetriebe attraktiver machen? 

Weitere Informationen zu diesem Thema

 

Arbeitsgebiet

Moor-Photovoltaik

Photovoltaik auf wiedervernässten Moorböden (Moor-PV)

Geschäftsfeldthema

Integrierte Photovoltaik

Forschungsprojekt

MoorPower

Nachhaltige und innovative Photovoltaik-Lösungen für wiedervernässte Moore