Institutsleitung ab 2017

Prof. Dr. Hans-Martin Henning (links) und Dr. Andreas Bett (rechts) haben am 1. Januar 2017 die Leitung des Fraunhofer ISE kommissarisch übernommen.

Institutsleiter des Fraunhofer ISE bis 2016

Prof. Adolf Goetzberger (Mitte), 1981 bis 1993, Prof. Joachim Luther (rechts), 1993 bis 2006, Prof. Eicke R. Weber (links), 2006-2016.

Geschichte

Was am 1. Juli 1981 als Vision von Institutsgründer Prof. Adolf Goetzberger und einem Team aus 24 Forschungspionieren in Freiburg begann, ist längst Wirklichkeit geworden. Heute ist das Fraunhofer ISE mit rund 1100 Mitarbeitenden das größte Solarforschungsinstitut Europas und weltweit einer der wichtigsten Impulsgeber und Forschungspartner für eine Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Der Erfolg des Instituts liegt in seinem von Beginn an breit aufgestellten Themenportfolio sowie seinem systemischen Ansatz, der ganzheitliche, lösungsorientierte Konzepte in enger Kooperation mit Industriepartnern verfolgt.

Die Geschichte des Fraunhofer ISE in Bildern

1980er Jahre

1981

Unter der Leitung von Professor Adolf Goetzberger, damals Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF, erfolgt die Gründung des Fraunhofer ISE.

1981

Testgelände mit Rückseite des Fraunhofer ISE-Institutsgebäudes in der Oltmannstraße 22.

1983

Entwicklung des ersten vollelektronischen ISE-Wechselrichters mit bis dahin nicht erreichtem Wirkungsgrad zum Einsatz in autonomen Photovoltaik-Anlagen.

1984

Fluoreszenzkollektoren für Anwendungen zur Solarenergiegewinnung entwickelt.

1988

Das Kalibrierlabor des Instituts – heute »CalLab PV Cells / CalLab PV Modules« – dringt in die Gruppe der sieben weltbesten PV-Kalibrierlabors vor.

1989

Die Arbeitsgruppe »Ländliche Elektrifizierung« startet erfolgreich mit Projekten zur Stromversorgung netzferner Regionen in Südamerika und Indonesien. Eine Besonderheit: In diesen ISE-Projekten wirken neben Ingenieuren auch Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler mit.

1989

Inbetriebnahme des Reinraumlabors zur Herstellung von hocheffizienten Solarzellen.

1990er Jahre

1992

Einweihung des ersten energieautarken Solarhauses in Deutschland. Bei diesem Projekt wird erstmals ein Brennstoff­zellensystem in ein Wohnhaus integriert und ein am ISE entwickelter Membrandruck­elektrolyseur eingesetzt.

1995

Die historische Villa Tannheim wurde bei Erhaltung des Erscheinungsbilds zu einem energieeffizienten Gebäude umgebaut. 1995 nimmt hier die International Solar Energy Society ISES ihren Sitz. Eine wichtige Rolle bei der Sanierung spielt die Transparente Wärmedämmung TWD, eine der frühen ISE-Entwicklungen.

1995

Optische Reflexionsverluste von Kunststoff­folien durch nanostrukturierte Oberfläche auf 2% reduziert. Im Laufe der Jahre baut das Fraunhofer ISE die Kompetenz der Mikrostrukturierung mittels Interferenz­lithographie kontinuierlich aus.

1996

Die industriekompatible MOVPE-Technologie zur Herstellung von III-V Halbleiterbauelementen wird am ISE strategisch ausgebaut. GaSb – neue low band gap Solarzelle für Tandemanwendung und Thermophotovoltaik entwickelt.

1999

Erste resonante Filter mit 78% Spitzentransmission im Infraroten mittels holografischer Belichtung hergestellt. »Mottenaugen«-Entspiegelung in die industrielle Fertigung überführt.

1999

Gründung der Gruppe »Mikroenergietechnik«. Ziel ist die Entwicklung innovativer miniaturisierter Konzepte für die Energieversorgung elektronischer Systeme im Kleinleistungsbereich.

2000er Jahre

2001

Einweihung des ISE-Neubaus und Feier aus Anlass des 20jährigen Bestehens des Fraunhofer ISE. Das ISE erhält die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000.

2001

Erste solarautarke Klimatisierungsanlage in Deutschland konzipiert und in Betrieb genommen. Sie kühlt die Seminarräume der IHK Südlicher Oberrhein in Freiburg.

2001

Das vom ISE koordinierte und vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt SolarBau:Monitor hat einen integralen Ansatz bei der Gebäudeplanung zum Ziel. Energieeffizienz und Solarenergienutzung sowie hochwertige Arbeitsplätze im Nichtwohnungsbau stehen im Vordergrund.

2002

Putze mit integrierten mikroverkapselten Paraffinen als wärmespeicherndes Baumaterial für klimaanlagenfreie Gebäude marktreif entwickelt.

2003

37 μm dünne 2x2 cm2 monokristalline Si-Solarzelle mit 20,2% Wirkungsgrad hergestellt.

2004

Weltrekordwirkungsgrad (20,3%) auf 1x1 cm2 multikristalliner Silicium-Solarzelle erzielt.

2005

Vakuumdichte Glaslotversiegelungsmethode für Farbstoffsolarzellen auf einer Fläche von 60x100 cm2 erfolgreich entwickelt.

2005

Entwicklung des FracTherm®-Solar­absorbers. Der biomimetische Ansatz optimiert die Energieeffizienz von Absorbern für Solarkollektoren. Vorbild sind natürliche Kanalstrukturen - beispielsweise bei Blättern oder Blutgefäßen.

2005

Organische Solarzelle mit »invertiertem Aufbau« und 3% Wirkungsgrad stellt wesentlichen Schritt zur produzierbaren durchkontaktierten Solarzelle im Rolle-zu-Rolle Verfahren dar.

2005

Institutsleiter Prof. Joachim Luther bei der Verleihung des Deutschen Umweltpreises.

2006

Photovoltaik Technologie Evaluationscenter PV-TEC eingeweiht. Die größtenteils vom Bundesumweltministerium finanzierte Dienstleistungseinrichtung bietet auf 1.200 m2 Fläche Forschung, Entwicklung und Service im Produktionsmaßstab und hilft so, den Technologietransfer in die Industrie zu beschleunigen.

2007

Das Fraunhofer ISE hat gemeinsam mit Partnern ein patentiertes Verfahren entwickelt, das Diesel rückstands­frei in die Gasphase überführt und durch Reformierung in Wasserstoff umwandelt. So kann zum Beispiel die Energie für die Bord­strom­versorgung eines LKWs bereitgestellt werden.

2007

Solarzellen mit Metal Wrap Through (MWT) Technologie. Die über die Rückseite kontaktierte multikristalline Solarzelle wartet nicht nur mit einem höheren Wirkungsgrad auf, sondern auch mit einem neuen Erscheinungsbild.

2008

Organische Solarzellen sind flexibel. Dadurch können sie neue Anwendungs­gebiete erschließen: Kunststoff-Solarzellen könnten zum Beispiel Energie für mobile Kleingeräte wie MP3-Player oder elektronische Skipässe liefern.

2009

Weltrekord: Forscher am Fraunhofer ISE haben für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom erstmals einen Wirkungsgrad von 41,1% erzielt. Hierzu wurde das Sonnenlicht 454-fach auf eine 5 qmm kleine, sogenannte Mehrfachsolarzelle konzentriert.

2009

Adolf Goetzberger ist Europäischer Erfinder des Jahres. Professor Dr. Adolf Goetzberger, der Gründer des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg wurde am Abend des 28. April 2009 in Prag mit dem Titel »European Inventor of the Year« für sein Lebenswerk geehrt.

2009

Das Fraunhofer ISE hat mit 99,03 Prozent einen neuen Weltrekord für den Wirkungs­grad von Photovoltaik-Wechselrichtern aufgestellt. Mit neuen Bauelementen und Verbesserungen in der Schaltungstechnik haben die Forscher damit die Verluste gegenüber ihrer eigenen Bestleistung um ein weiteres Drittel reduziert.

2010 bis heute

2010

Dr. Andreas Bett (links) und Dr. Frank Dimroth (rechts) erhalten für die Entwicklung von hocheffizienten Mehrfachsolarzellen und Konzentrator­modulen den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2010.

2010

Clever Strom tanken. Über den Touchscreen der intelligenten Ladestation gibt der Kunde seine Wünsche ein. Zudem kann sich der Nutzer während dem Ladevorgang Kosten und Energiewerte anzeigen lassen.

2010

Höchst dotierter französischer Wissenschaftspreis für Fraunhofer-Forscher. Dr. Frank Dimroth vom Fraunhofer ISE erhält die Auszeichnung für die Entwicklung von Mehrfachsolarzellen mit Rekord-Wirkungsgraden.

2011

Einweihung des weltweit ersten Passiv-Hochhauses in Freiburg-Weingarten. Mit Unterstützung des Fraunhofer ISE wurde der Primärenergiebedarf für Beheizung, Trinkwassererwärmung, Lüftung, Beleuchtung und Haushaltsstrom um 40 Prozent gesenkt.

2011

Das Fraunhofer ISE feiert sein 30jähriges Bestehen. Was am 1. Juli 1981 als Vision von Institutsgründer Prof. Adolf Goetzberger und einem Team aus 24 Forschungs­pionieren in Freiburg begann, ist heute das mit rund 1100 Mitarbeitenden größte Solarforschungsinstitut Europas.

2011

Heribert Schmidt erhält Joseph-von-Fraunhofer-Preis. Seine hocheffiziente HERIC®-Topologie wird bereits vielfach in Solar-Wechselrichtern eingesetzt.

2012

Mit dem Energy Dream Center hat die Stadtregierung Seoul ein Zentrum für Erneuerbare Energien realisiert. Ein interdisziplinäres Team unter Leitung des Fraunhofer ISE hat das Energy Dream Center entworfen und den Bau begleitet. Im Dezember 2012 wurde das Leuchtturmprojekt offiziell eingeweiht.

2012

Fraunhofer ISE weiht solare Wasserstoff-Tankstelle ein. Gefördert vom Umwelt­ministerium Baden-Württemberg stellt die öffentlich zugängliche Tankstelle nicht nur eine Forschungsplattform dar, sie ist gleichzeitig ein Meilenstein im Wasserstoff-Tanknetz des Landes.

2012

Deutscher Umweltpreis für Konzentratorphotovoltaik. Dr. Andreas Bett, Fraunhofer ISE, und Hansjörg Lerchenmüller, Soitec Solar, erhalten den Deutschen Umweltpreis 2012 für die erfolgreiche Entwicklung und Kommerzialisierung der Konzentratorphotovoltaiktechnologie.

2013

Einweihung eines neuen energie­effizienten Laborgebäudes. Auf einer Fläche von 2.400 m² wird dort an Beschichtungen, Mikro­strukturen sowie optischen und photonischen Anwendungen für die Wärme- und Stromgewinnung aus Sonnenenergie – Solarthermie und Photovoltaik geforscht.

2013

Die Studie »Stromgestehungskosten erneuerbare Energien« liefert einen aktuellen Kostenvergleich für die Umwandlung unterschiedlicher Energieformen in elektrischen Strom sowie eine Prognose für die weitere Kostenentwicklung bis zum Jahr 2030.

2013

Wissenschaftler des Fraunhofer ISE legen mit der Studie »Energiesystem Deutschland 2050« eine ganzheitliche Untersuchung zur langfristigen Reduktion der energie­bedingten CO2-Emissionen vor. Im Mittelpunkt stehen dabei Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien.

2013

Hochmoderne Leistungstransistoren auf Basis von Galliumnitrid (GaN) ermöglichen es, leistungselektronische Schaltungen mit wesentlich höheren Schaltfrequenzen zu betreiben als mit herkömmlichen, auf Silizium (Si) basierenden Transistoren.

2013

Entwicklung eines hocheffizienten Systems zur induktiven Ladung von Elektro­fahrzeugen. Die Energie­übertragung an die Fahrzeugbatterie erfolgt dabei kontaktlos über ein Magnetfeld zwischen zwei Spulen.  

2013

Der Einstein Award der SolarWorld AG geht an Institutsleiter, Prof. Dr. Eicke R. Weber.  Die Jury ehr ihn für seinen Einsatz für die europäische Solarenergieforschung. Nachwuchsforscher Dr. Pierre Saint-Cast wird mit einem Junior Einstein Award ausgezeichnet.

2013

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE entwickeln gemeinsam mit Industriepartnern einen Öldampfbrenner. Er ermöglicht erstmals, herkömmliches Heizöl in einem modernen Gasbrenn­wertgerät zu verbrennen, ist emissionsarm und reduziert Kosten.

2014

Mit einer Mehrfachsolarzelle wurde ein neuer Weltrekord für die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom erreicht. 46% des einfallenden Sonnenlichts wandelt die Zelle direkt in elektrische Energie um.

2014

Das Kalibrierlabor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hat seine Präzisionsmessungen von PV-Modulen weiter optimiert. Als Ergebnis umfassender Analysen hat das CalLab PV Modules die Messungenauigkeit bei der Leistungs­prüfung von PV-Modulen auf 1,6 Prozent gesenkt.

2014

Dr. Stefan Glunz erhält den Becquerel-Preis. Das Preiskomitee ehrt Stefan Glunz für seine herausragende Pionierarbeit im Bereich der hocheffizienten Silicium­solar­zellen und damit seinen Beitrag zum weltweiten Erfolg der photovoltaischen Stromerzeugung.

2014

Energy Charts machen die Energiewende transparent – Das Fraunhofer ISE stellt ab sofort die kompletten elektrischen Energiedaten für Deutschland zeitnah und kostenlos unter www.energy-charts.de zur Verfügung.

2014

Forschern des Fraunhofer ISE ist es gelungen, verschiedene Bauteile mit hochporösen Metallorganischen Gerüstverbindungen (Metal Organic Frameworks/MOFs) erfolgreich zu beschichten. MOFs haben die höchsten inneren Oberflächen aller bisher bekannten Materialien.

2014

Fraunhofer ISE erhält hochdotierten Zayed Future Energy Prize. Institutsleiter Prof. Dr. Eicke R. Weber nimmt den mit 1,5 Millionen US Dollar dotierten Preis aus den Händen von Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi, entgegen.

2015

Wissenschaftler des Fraunhofer ISE stellen jetzt eine Studie zur System- und Kosten­entwicklung einer klimaschutz­kompatiblen Transformation des deutschen Energie­systems von heute bis 2050 vor. Die modell-basierte Untersuchung erstreckt sich über alle Sektoren und Energieträger.

2015

Neuer Rekordwert für die Effizienz von Siliciumsolarzellen aufgestellt. Für eine beidseitig kontaktierte Siliciumsolarzelle wurde erstmals ein Wirkungsgrad von 25,1% gemessen.  

2015

Speicher- und Wärmetransformations­technologien – wichtige Pfeiler der Energiewende. In diesen Bereichen hat das Fraunhofer ISE jetzt seine Aktivitäten an einem neuen Standort in der Auerstraße in Freiburg gebündelt und seine Ausstattung deutlich ausgeweitet.

2015

Neue Ausgründung – Die NexWafe GmbH wird den am Fraunhofer ISE entwickelten Herstellungsprozess für epitaktisch gewachsene Wafer (»kerfless wafer« Technologie) in die Produktion transferieren.

2015

Forschungszentrum für Solarenergie in Santiago de Chile eröffnet. Gemeinsam mit chilenischen Wissenschaftlerinen und Wissenschaftlern arbeiten Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer ISE dort an der Gewinnung von Strom und Wärme aus Solarenergie.

2016

Erster Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Dass Institut dokumentiert nun erstmals, wie sich über seine zukunftsweisenden Innovationen hinaus das Thema Nachhaltig­keit auch in den Organisations­prozessen und der Infrastruktur des Instituts widerspiegelt.

2016

Ein Mini-Modul auf der Basis von Vierfachsolarzellen erzielt einen bestätigten Weltrekordwirkungsgrad von 43,4 Prozent.

2016

In der Studie »Supergrid« haben Fraunhofer-Institute erforscht, wie ein solches Strom- und Verteilnetz zwischen Nordafrika und Europa funktionieren kann.

2016

Ralf Preu und Jan Nekarda erhalten Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2016 für die Entwicklung der Laser Fired Contact (LFC)-Technologie. Mit diesem Fertigungsprozess können effizientere Solarzellen  kosten­günstig hergestellt werden.

2016

Gemeinsam mit Partnern weiht das Fraunhofer ISE in einem Pilotprojekt am Bodensee die größte APV-Forschungsanlage in Deutschland ein. Bei diesem Anlass wird auch die Auszeichnung als Ort im Land der Ideen überreicht.

2016

Gemeinsam mit der österreichischen Firma EV Group ist es gelungen, eine Mehrfachsolarzelle auf Silicium-Basis mit nur zwei Kontakten herzustellen, welche die theoretische Wirkungsgradgrenze reiner Siliciumsolarzellen überschreitet. Mit 30,2 Prozent erreicht die Zelle einen neuen Rekordwert.