Die globale Photovoltaikproduktion wächst rasant in Richtung Multi-Terawatt-Maßstab – und damit steigt der Bedarf an Silber für die Zellmetallisierung dramatisch. Bereits heute verbraucht die PV-Industrie über 13 % der weltweiten Silberförderung. Prognosen zeigen, dass ohne disruptive Innovationen der Silberbedarf der PV-Branche die gesamte globale Silberfördermenge innerhalb weniger Jahre übersteigen könnte. Für eine nachhaltige Multi-Terawatt-Produktion muss der Silberverbrauch auf unter 2 mg/W gesenkt werden – ein Zielwert, der mit reiner Silbermetallisierung kaum erreichbar ist.
Kupfer bietet als alternatives Kontaktmaterial eine überzeugende Perspektive: Es ist rund 100-mal günstiger als Silber, erreicht nahezu die gleiche Leitfähigkeit und ist geologisch deutlich häufiger verfügbar. Am Fraunhofer ISE entwickeln wir kupferbasierte Metallisierungstechnologien für die industriell relevantesten Solarzellenkonzepte – TOPCon, Silizium-Heterojunction (SHJ) und Silizium-Perowskit-Tandem. Unsere Forschung umfasst Prozess- und Materialentwicklung für gedruckte Kupferkontakte im Siebdruckverfahren, inklusive maßgeschneiderter Silber-Kupfer oder reine Kupferpasten, sowie galvanisch abgeschiedene Ni/Cu-Kontakte über innovative Inline-Verfahren. Ziel ist es, silberarme bis komplett silberfreie Metallisierungslösungen zu schaffen, die sich als Drop-in-Technologien in bestehende Produktionsumgebungen integrieren lassen – bei vergleichbarer oder sogar höherer Zelleffizienz. Unsere leistungsfähige Infrastruktur – vom Pastenentwicklungslabor über industrielle Siebdrucklinien bis zur Inline-Galvanikpilotanlage – ermöglicht eine durchgängige Prozessentwicklung vom Material bis zur fertigen Solarzelle.