Konzentrierende PV-Module

FLATCON®-Modul
© Fraunhofer ISE
Testmodule auf dem Außenteststand des Fraunhofer ISE. Bildmitte: Micro-CPV Module im Panelformat (610 x 455 mm²).
Micro-CPV-Modul mit semi-transparenter Rückseit
© Fraunhofer ISE
Micro-CPV-Modul mit semi-transparenter Rückseite, z.B. für Anwendungen in der Agri-PV.
Passiv gekühltes Spiegelmodul
© Fraunhofer ISE / Foto: Dirk Mahler
Passiv gekühltes Spiegelmodul mit Mikro-Konzentratorsolarzelle mit einer Fläche von weniger als 1 mm².

Die konzentrierende Photovoltaik (engl. concentrating photovoltaics, CPV) nutzt optische Systeme, um Sonnenlicht vielfach zu bündeln und auf hocheffiziente III‑V-Mehrfach-Solarzellen zu fokussieren. Diese Solarzellen wurden ursprünglich für Anwendungen im Weltraum entwickelt und erreichen höchste photovoltaische Wirkungsgrade.

Durch die starke Konzentration der Solarstrahlung wird nur eine sehr kleine Halbleiterfläche benötigt. Dies reduziert den Materialeinsatz um mehrere Größenordnungen und ermöglicht den wirtschaftlichen Einsatz komplexerer Mehrfachsolarzellen. Gleichzeitig führt der geringere Materialbedarf zu einem reduzierten CO2-Fußabdruck der Module, wodurch CPV sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile bietet.

Am Fraunhofer ISE entwickeln wir CPV-Module vom Zell‑ und Optikdesign über das Modul bis hin zum kompletten System. Dabei reichen unsere Demonstratoren von kompakten Testmodulen bis hin zu Panel-Formaten (etwa 60×45 cm²). Weiterhin entwickeln wir wettbewerbsfähige Lösungen für die weitere Skalierung und Produktion von Modulen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Micro‑CPV-Technologie. Durch die Miniaturisierung der Solarzellen auf Sub‑mm²‑Größe und die Integration in hochgradig parallelisierte Fertigungsprozesse entstehen neue Ansätze für eine kosteneffiziente Massenproduktion bei gleichzeitig sehr hohen Wirkungsgraden.

CPV-Systeme sind besonders geeignet für Standorte mit hoher direkter Solarstrahlung. Anwendungen liegen im Bereich solarer Kradtwerke, in der Agri-Photovoltaik oder in der Kombination mit der Erzeugung von grünem Wasserstoff.

Neben linsenbasierten Modulen verfolgen wir auch Konzepte mit Spiegeloptiken. Diese werden beispielsweise in zentralen Receivern eingesetzt, in denen hochkonzentrierte Strahlung auf dicht gepackte Solarzellen trifft. In solchen Systemen kann neben elektrischer Energie auch Wärme bereitgestellt werden. Dies eröffnet neue Anwendungen, etwa durch die Kombination von Stromerzeugung mit Prozesswärme oder Meerwasserentsalzung.

Durch die Kombination aus höchster Effizienz, reduziertem Ressourceneinsatz und systemischer Integration schaffen wir die Grundlage für eine neue Generation leistungsfähiger und nachhaltiger Photovoltaiksysteme.

Schwerpunkte unserer Arbeiten:

FLATCON®-Modul
© Fraunhofer ISE
FLATCON®-Modul: Fresnel Lens All glass Tandem cell CONcentrator module.
Dichtgepacktes Konzentratormodul
© Fraunhofer ISE
Dichtgepacktes Konzentratormodul mit 4 Solarzellen und aktiver Kühlung.

Micro-CPV – Miniaturisierung und Skalierung

  • Sub-mm² große III-V Mehrfach-Solarzellen und hochintegrierte Bodenplatten
  • Parallele Fertigung durch Technologien aus Mikroelektronik und Displayindustrie
  • Selbstjustierende Montageverfahren für hohe Präzision
  • Grundlage für kosteneffiziente Hochleistungs-Module


Hocheffiziente CPV-Modulkonzepte

  • Linsenbasierte Systeme mit Spitzenwirkungsgraden
  • Robuste Modularchitekturen mit hoher Langzeitstabilität
  • Skalierbare Designs vom Testmodul bis zum Panelformat
  • Optimierung von Optik, Zellintegration und thermischem Management


Systemintegration und Anwendungen

  • Entwicklung hochpräziser Trackingsysteme
  • Energieertragsmodellierung unter realen Bedingungen
  • Einsatz in Regionen mit hoher Direktnormalstrahlung
  • Integration in Agri-PV und Power-to-X / Wasserstoffsysteme


Spiegelbasierte CPV- und Receiversysteme

  • Konzentration mittels Spiegeloptiken (z. B. Dish oder Turmkonzepte)
  • Dicht gepackte Empfängermodule mit aktiver Kühlung
  • Nutzung von Abwärme für Prozesswärme
  • Kombination mit Meerwasserentsalzung und hybriden Energiesystemen

Unsere FuE-Leistungen zum Thema »Konzentrierende Module« umfassen:

  • Entwicklung und Optimierung von CPV- und Micro-CPV-Komponenten und -Moduldesigns
  • Skalierbare Fertigungsprozesse
  • Optische, thermische und elektrische Simulation
  • Aufbau und Test von Prototypen und Pilotfertigung (Con-TEC )
  • Elektrische und optische Charakterisierung (Labor & Outdoor)
  • Power-Rating nach IEC 62670-3:2017 und Langzeitmessungen
  • Energieertragsmodellierung und Bewertung der Stromgestehungskosten (LCOE)
  • Untersuchung der Zuverlässigkeit und Langzeitstabilität
  • Systemdesign inkl. Tracker und Integration in Anwendungen

FuE-Infrastruktur

Für unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten steht uns am Fraunhofer ISE diese Infrastruktur zur Verfügung:

 

Zentrum für höchsteffiziente Solarzellen

Auf mehr als 1000 m² modernstem Reinraum und Laborfläche testen und optimieren wir fortschrittliche PV-Technologien. Innovative Prozesse und Technologien werden in diesem Zentrum für den künftigen Einsatz in der Industrie erforscht, u.a. nasschemische Verfahren, Foto- und Laserlithographie, Nanoimprint-Labor, Aufdampfen von Metallen und Dielektrika.

 

CalLab PV Cells

Das akkreditierte Kalibrierlabor CalLab PV Cells am Fraunhofer ISE bietet hochpräzise, reproduzierbare Kalibrierungen und Messungen aller Solarzellentypen nach internationalen Standards, zum Beispiel, spektrale Empfindlichkeit/Quanteneffizienz, Reflexion, Strom-Spannungs-Messungen insbesondere auch unter variablen Spektren und Intensitäten, verschiedene Breitband- und Laser-Lichtquellen sowie Filter verfügbar.

 

Concentrator Technology Evaluation Center Con-TEC

Im Con-TEC stehen vielfältige Aufbau- und Verbindungstechnologien für die Entwicklung und den Aufbau von kundenangepassten Modulen und Packages zur Verfügung. Wir testen Komponenten und Produktionsprozesse mit Schwerpunkten auf Zuverlässigkeit und Materialanalytik. Wir entwickeln Prototypen und fertigen Kleinserien, um neue Komponenten, Designs und Prozesse zu evaluieren. 

 

Lab Strukturierung und Photonik

Wir erarbeiten Lösungen basierend auf Mikro- und Nanostrukturen für Solarzellen und andere photovoltaische Bauelemente wie zum Beispiel Photovoltaikzellen zur Übertragung von Leistung mittels Laserlicht, aber auch für verwandte Bauelemente, wie z.B. LEDs. 

Ausgewählte Forschungsprojekte

 

50 Prozent

Monolithische III‑V-Mehrfachsolarzellen mit über 50 % Wirkungsgrad unter konzentrierter Einstrahlung

 

micro-CPV

Entwicklung eines hochkonzentrierenden CPV-Moduls auf Basis modernster Micro-Fertigungstechnologie

 

H2Demo

Entwicklung von Demonstratoren zur direkten solaren Wasserspaltung

 

HIPERION

Hybrid-Photovoltaik für Effizienzrekord durch integrierte optische Technologie

 

QuintuMod

Entwicklung eines kostengünstigen und gleichzeitig hocheffizienten Solarmoduls unter Verwendung einer 5fach-Stapelsolarzelle

 

HyCon

Solare Wasserstofferzeugung mit einem HyCon-System

 

PoTaSi

Demonstration des Potentials von monolithischen Tandemsolarzellen aus III‑V-Halbleitern und Silizium