Lösungsansatz
Im »Lab Battery Engineering, Production and Testing« des Fraunhofer ISE wird ein Prüfstand aus vier entkoppelten Shakern aufgebaut. Jeder der Shaker soll dabei die Belastung einer Radaufhängung auf das Speichersystem abbilden können. Die HAW Hamburg nutzt Daten aus Feldmessungen an Elektrofahrzeugen auf unterschiedlichen Straßenuntergründen und implementiert auf deren Basis Prüfverfahren, die die Verbiegung und Verwindung auf den Batteriespeicher realitätsgetreu abbilden können. Die vier Shaker werden so aufeinander abgestimmt, dass sie die unterschiedlichen Achslasten jeweils getrennt voneinander erzeugen und nicht, wie herkömmliche Shaker-Systeme, im Gleichtakt arbeiten. Dieses realitätsnähere Testsetting ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal des im Projekt entwickelten Prüfgerätes. Aufgrund der neuen Möglichkeit solche Untersuchungen durchzuführen, steigt auch das Risiko, dass eine Batteriezelle im Test in einen sicherheitskritischen Zustand gerät.
Um dieses Risiko einzudämmen, wird durch das Partnerunternehmen, die Firma Messring GmbH, eine universelle Schnelltrennvorrichtung erarbeitet. Ihr Know-how aus dem Crashtestanlagebau und der Datenerfassung soll dazu beitragen, die an den vier Shakern befestigte Apparatur samt Speicher schnellstmöglich und ohne menschliches Eingreifen von der Prüfmaschine abzutrennen und das Löschen des Speichers einzuleiten. Um den Trenn- und Löschvorgang im Ernstfall auszulösen, werden, im Projekt zu definierende, Messgrößen benötigt, die es erlauben einen sicherheitskritischen Zustand eindeutig zu identifizieren. Daraufhin kann ein geeignetes Löschkonzept genutzt werden, um eine kontrollierbare Situation zu schaffen. Dafür werden brandhemmende Untersuchungen am Fraunhofer ISE in enger Zusammenarbeit mit Brandschutzexpertinnen und -experten für Lithium-Ionen-Batterien unter definierten Laborbedingungen durchgeführt. Des Weiteren wird in Kooperation mit dem Partnerunternehmen Linxens Deutschland GmbH an der Früherkennung von Batteriebränden durch Gasdetektion geforscht. Mittels Sensoren sollen die freigesetzten Gase von Batteriezellen bei einem Brandfall erkannt und in Echtzeit analysiert werden. Dadurch wäre es möglich, frühzeitig bedrohliche Szenarien besser zu erkennen und einen vorzeitigen Abbruch der Prüfung sowie den Löschvorgang einzuleiten.