80. Geburtstag Prof. Dr. Joachim Luther – das Fraunhofer ISE gratuliert seinem ehemaligen Institutsleiter

31. März 2021

Heute, am 31. März 2021, wird Prof. Dr. Joachim Luther 80 Jahre alt. Zwölfeinhalb Jahre, von 1993 bis 2006, war er Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, unter seiner Führung konnte sich das Institut auf mehr als 450 Mitarbeitende verdoppeln. Das damals schon größte europäische Solarforschungsinstitut zählt heute über 1200 Mitarbeitende, die Joachim Luther herzlich zum Geburtstag gratulieren.

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© Fraunhofer ISE
Prof. Dr. Joachim Luther

Der in Hannover geborene Joachim Luther promovierte 1970 in seiner Heimatstadt in Experimentalphysik. 1992 übernahm er die Geschäftsführung des »Niedersächsischen Instituts für Solarenergieforschung GmbH«, parallel zu seiner Professorentätigkeit in Oldenburg. 1993 wechselte er nach Freiburg, wo er als Nachfolger von Prof. Dr. Adolf Goetzberger die Leitung des Fraunhofer ISE übernahm, ebenso wie eine Professur für Festkörperphysik und Physikalische Grundlagen der Nutzung von Solarenergie an der Universität Freiburg.

Joachim Luther hat über seine Professur und die Leitung des Fraunhofer ISE hinaus vielfältig zum Erfolg der Solarbranche beigetragen und verfügt über ein hohes internationales Renommee. Er engagierte sich in zahlreichen internationalen und nationalen Gremien. So war er zwischen 1992 und 2001 Mitglied des »Board of Directors« der »International Solar Energy Society ISES«. 2000 bis Ende 2004 beriet er die Bundesregierung als Mitglied des »Wissenschaftlichen Beirats Globale Umweltveränderungen«. Von 1996 bis 1998 gehörte er der Arbeitsgruppe »Energieforschung des Wissenschaftsrats der Bundesrepublik Deutschland« an. 1997 bis 2002 war er Präsident der EUREC Agency, die 40 Forschungsinstitute aus allen EU-Ländern zusammenschließt und Beraterstatus gegenüber der EU hat. Weiterhin koordinierte Prof. Luther das Themenfeld Energie im Rahmen der Global Research Alliance GRA, in der neun anwendungsorientierte Forschungseinrichtungen von internationaler Bedeutung kooperieren. Zweimal war Joachim Luther Sprecher des Deutschen Forschungsverbunds Sonnenenergie (heute Forschungsverbund Erneuerbare Energien FVEE), einer Kooperation außeruniversitärer Forschungsinstitute auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien.

Für seine Leistungen bei der Erforschung und Markteinführung solarer Energiesysteme zeichnete die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) Joachim Luther mit dem Umweltpreis 2005 aus.
Auch innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten deutschen Organisation für angewandte Forschung, nahm Luther als Mitglied des Senats sowie des European Advisory Board und als Vorsitzender der Hauptkommission des Wissenschaftlich-Technischen Rates zentrale Funktionen wahr.

Joachim Luther ist Verfasser zahlreicher Publikationen zu den Themen Energieforschung, nachhaltige Energieversorgung, photovoltaische Stromerzeugung sowie solares und energieoptimiertes Bauen. Auch nach seiner Emeritierung blieb er wissenschaftlich tätig und hat zusammen mit anderen Autoren publiziert.

In der Institutsgeschichte des Fraunhofer ISE unter der Leitung von Joachim Luther sind zwei Meilensteine besonders hervorzuheben: Die Verwirklichung des ersten institutseigenen Gebäudes, das 2001 in der Heidenhofstraße bezogen wurde, und  die Realisierung einer Evaluationslinie für die Solarzellen-Produktion, des Photovoltaik Technologie Evaluationscenter PV-TEC, mit dem der Technologietransfer zwischen Forschung und Industrie wesentlich beschleunigt werden konnte. Bis heute ist diese »Forschungsfabrik« ein einzigartiges Dienstleistungszentrum, das Herstellern von Silicium-Wafern, Solarzellen und Produktionsanlagen die Möglichkeit gibt, Produkte und neue Verfahrensschritte unter industriekompatiblen Bedingungen zu testen.

Bezeichnend für Joachim Luthers Engagement ist, dass er nach der Emeritierung und Abgabe der Leitung des Fraunhofer ISE ein neues großes Projekt übernahm. Auf Bitten der Regierung von Singapur baute er ebendort das Solar Energy Research Institute of Singapore (SERIS) auf. Er wurde erster Direktor und Chief Executive Officer dieses Instituts und gleichzeitig Professor an der National University of Singapore (NUS).

2012 kehrte er nach Deutschland zurück. Seitdem ist er als Berater am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE tätig.