Fraunhofer ISE Spin-off NexWafe gewinnt Fraunhofer-Gründerpreis 2020

24. März 2021

Die NexWafe GmbH aus Freiburg, ein Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, ist mit dem Gründerpreis 2020 der Fraunhofer-Gesellschaft ausgezeichnet worden. Das junge Unternehmen überzeugte die hochkarätig besetzte Jury von Fraunhofer Venture und dem High-Tech-Gründungsfonds mit einem revolutionären ressourcenschonenden Produktionsverfahren für die Photovoltaik-Industrie.

Im Rahmen des digitalen Fraunhofer-Symposiums »Netzwert« erhielt die NexWafe GmbH den Fraunhofer-Gründerpreis 2020.
Im Rahmen des digitalen Fraunhofer-Symposiums »Netzwert« erhielt die NexWafe GmbH den Fraunhofer-Gründerpreis 2020.

Die NexWafe GmbH, die 2015 von Stefan Reber, dem damaligen Abteilungsleiter für Kristalline Siliciummaterialien am Fraunhofer ISE und Solar-Unternehmer Frank Siebke gegründet wurde, hat ein disruptives Verfahren für Siliciumwafer entwickelt. Diese sind die »Rohlinge« für kristalline Silicium-Solarzellen, die etwa 95 Prozent des Photovoltaik-Weltmarktes ausmachen. Im EpiWafer-Verfahren wird der Wafer als Siliciumschicht direkt auf einem Saatwafer abgeschieden und dann abgelöst. Mit dieser neuartigen Kerfless-Wafer-Technologie kann jede beliebige Waferdicke zu einem Bruchteil des bisher notwendigen Energie-, Material- und Kapitalaufwands hergestellt werden. Gegenüber den bisher üblichen Kristallzüchtungs- und Drahtsäge-Verfahren sind die Herstellungskosten um 50 Prozent, die CO2-Emissionen um 70 Prozent und die Siliciumverluste sogar um mehr als 90 Prozent reduziert. Da die EpiNex®-Wafer auch deutlich dünner und flexibler als konventionelle Wafer hergestellt werden, kann die spätere Solarzelle auf gekrümmten Oberflächen wie Fahrzeugdächern eingesetzt werden.

»Das Kerfless-Wafer-Verfahren von NexWafe hat das Potenzial, den Wettbewerb in der Photovoltaik-Industrie weltweit von niedrigen Herstellungskosten hin zu den innovativen Technologien zu verlagern. NexWafe zeigt, dass der Technologie-Vorsprung durch Forschung ein entscheidender Faktor für die Zukunft des Standorts Deutschland sein kann und ist damit ein Vorbild für Ausgründungen aus der Wissenschaft«, würdigte Fraunhofer Venture-Leiter Thomas Doppelberger den Preisträger.

Die kostenintensive Frühphase des neuen Verfahrens wurde vom Fraunhofer ISE und der Fraunhofer-Gesellschaft als Seed-Investoren finanziert, mittlerweile sichern Investoren die Weiterentwicklung des Unternehmens. Aktuell nimmt NexWafe eine 5 MW-Pilotlinie in Freiburg in Betrieb und plant die Belieferung erster Kunden im ersten Halbjahr 2021.