Fraunhofer identifiziert Kernpunkte für den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft

02. Juni 2020

Der Ausbau von Wasserstofftechnologien über die Nationale Wasserstoffstrategie ist für eine nachhaltige Zukunftsfähigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft zwingend erforderlich. Um eine internationale Spitzenposition einzunehmen und den Industriestandort Deutschland zu sichern, gilt es jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Experten und Expertinnen der Fraunhofer-Gesellschaft, die seit vielen Jahren erfolgreich Wasserstoff-Projekte umsetzen, haben zentrale Punkte identifiziert, um die deutsche Wirtschaft optimal auf das kommende Wasserstoff-Zeitalter vorzubereiten.

© Fraunhofer ISE
Die Entwicklung von Produktions- und Prüfprozessen für Brennstoffzellen gehört zu den Voraussetzungen für eine deutsche Wasserstoffwirtschaft.

Für die Realisierung einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft wurden verschiedene Themen in den Bereichen Regulierung und Marktentwicklung identifiziert, die für die Umsetzung einer ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft sowie eines wasserstoffbasierten internationalen Energie-Handelssystems besonders relevant sind.

Zu den aktuellen Handlungsempfehlungen zählen unter anderem:

- Anpassung des regulatorischen Rahmens für Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom für Wasserelektrolyseure sowie zur Stärkung der Sektorenkopplung

- weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung

- Förderung von Demonstrationsprojekten

- Konsequenter Ausbau der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur

Prof. Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und einer der beiden Sprecher des Fraunhofer-Netzwerks Wasserstoff: »Das große Moment, das Wasserstoff gerade in Politik und Industrie erfährt, gilt es aufzugreifen und zu verstetigen. Wichtigstes Ziel des jetzigen nationalen Strategiedialogs ist die Einrichtung und langfristige Absicherung von Forschungs- und Investitionsmitteln zur Schaffung einer Planungssicherheit für die Forschungseinrichtungen, für private und institutionelle Investoren, aber insbesondere auch für die industriellen Marktteilnehmer.«

Neben der wirtschaftlichen Produktion von Elektrolyseuren muss die Produktion von Brennstoffzellen Teil einer umfassenden Wasserstoffstrategie sein, gefördert beispielsweise durch eine nationale Forschungsplattform Brennstoffzellen-Produktion. Die Fraunhofer-Gesellschaft schafft in vier Clustern (Süd/West/Nord/Ost) regionale Technologiehubs für die zielgerichtete Entwicklung von Produktions- und Prüfprozessen für Brennstoffzellen, um die entwickelten Lösungen schnell in die Industrie zu überführen.