Laura Mundt erhält Eva-Mayr-Stihl-Nachwuchspreis der Universität Freiburg

23.10.2019

Für ihre herausragenden Forschungsleistungen ist Dr. rer. nat. Laura Mundt mit dem Eva-Mayr-Stihl-Nachwuchspreis der gleichnamigen Stiftung ausgezeichnet worden. Sie hat ihre Dissertation zum Thema »High-Resolution Analysis of Perovskite Absorbers in Photovoltaics« am Institut für Nachhaltige Technische Systeme (INATECH) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE geschrieben. Der Preis wurde im Rahmen der Eröffnung des Akademischen Jahrs 2019/2020 verliehen.

Laura Mundt schließt die Strahlenschutztür
© Laura Mundt

Laura Mundt schließt die Strahlenschutztür an einer der Beamlines der Stanford Synchrotron Radiation Lightsource: in dem Raum schießt die Wissenschaftlerin hochenergetische Röntgenstrahlen auf eine Probe, um die Kristallstruktur zu untersuchen.

In ihrer Arbeit beschäftigte sich Laura Mundt mit der ortsaufgelösten Charakterisierung von Perowskitsolarzellen. Diese Solarzellentechnologie unterscheidet sich stark von den klassischen Siliciumsolarzellen und hat in den letzten Jahren aufgrund der vielversprechenden Materialeigenschaften und des Wirkungsgradpotenzials sehr große Aufmerksamkeit bekommen. Auf kleinen Flächen hat diese recht junge Technologie beeindruckende Wirkungsgrade von weit über 20% erreicht, Werte, die in der klassischen Siliciumtechnologie erst nach Jahrzehnten von Forschung und Entwicklung erreicht wurden.

»Ich habe mich vor allem damit beschäftigt, die Leistungsverluste in Perowskitsolarzellen zu lokalisieren und zu quantifizieren. Das hilft dabei, den Ursprung dieser Verluste zu verstehen und sie zukünftig zu verringern«, erklärt Dr. Laura Mundt, die heute als Postdoctoral Research Fellow am SLAC National Accelerator Laboratory der Stanford University im kalifornischen Palo Alto arbeitet: »Leider kann ich den Preis nicht persönlich entgegen nehmen, aber ich glaube, ein Preis für Nachhaltigkeitsforschung ist nicht damit vereinbar, extra für die Veranstaltung über den Atlantik zu fliegen.«

»Die Analyse- und Messmethoden, die Laura Mundt in ihrer Arbeit entwickelt hat, waren schon für die Entwicklung von kleinflächigen Perowskitsolarzellen von großem Wert und werden bei der jetzt anlaufenden Hochskalierung noch an Bedeutung gewinnen«, sagt Prof. Stefan Glunz, Doktorvater und Bereichsleiter am Fraunhofer ISE.

Neben der Anwendung als reine Perowskitsolarzellen ist auch die Verbindung mit dem klassischen Solarzellenmaterial Silicium in Form einer Perowskit-Silicium-Tandemsolarzelle eine sehr spannende Option, an der das Fraunhofer ISE und das INATECH der Universität Freiburg gemeinsam arbeiten.

Der Eva-Mayr-Stihl-Nachwuchspreis wird für herausragende Dissertationen dem Gebiet der Nachhaltigkeitsforschung verliehen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Seit 1989 haben Privatpersonen und Institutionen der Universität bereits mehr als zwei Millionen Euro für Nachwuchsförderpreise zur Verfügung gestellt.