Kickoff für Projekt »WP-QS im Bestand«

19. Februar 2020

Für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele spielt der Gebäudesektor eine zentrale Rolle, denn die Bereitstellung von Raumwärme und Trinkwarmwasser macht in Deutschland rund 30 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Elektrisch betriebene Wärmepumpen können zur Reduktion der CO₂-Emissionen eine führende Rolle in diesem Sektor einnehmen. Noch hemmen jedoch unterschiedliche Barrieren den Ausbau der Technologie – allen voran in den Bestandsgebäuden. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Verbundprojekt »WP-QS im Bestand – Entwicklung optimierter Versorgungskonzepte und nachhaltiger Qualitätssicherungsmaßnahmen für Wärmepumpen im EFH-Bestand« will die wichtigsten Fragestellungen dazu beantworten.

Das Forschungskonsortium, bestehend aus den Wärmepumpenherstellern ait-Deutschland, Bosch Thermotechnik GmbH, Glen Dimplex Deutschland GmbH, NIBE Systemtechnik GmbH, Panasonic, ROTEX Heating Systems GmbH, Stiebel Eltron GmbH & Co. KG, Vaillant GmbH, Viessmann Werke Allendorf GmbH, Max Weishaupt GmbH und den Energieversorgern Lechwerke AG und Stadtwerke Stuttgart GmbH, wird unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in den nächsten drei Jahren eine Feldmessung mit bis zu 100 Elektro-Wärmepumpen im Einfamilienhausbestand durchführen. Der Hauptfokus der Untersuchung liegt auf der Effizienzanalyse, wobei auch die Betriebsbedingungen der Wärmepumpen und die hierfür durchgeführten Sanierungsmaßnahmen berücksichtigt werden sollen. Gestützt wird diese Analyse durch eine modellbasierte Bewertung der Effizienzeinflüsse.

Im Hinblick auf die Qualitätssicherung im Sanierungsprozess soll dieser von der Bestandsaufnahme bis zur Inbetriebnahme der Anlage analysiert und in Zusammenarbeit mit Industrie und Handwerk optimiert werden.

Darüber hinaus interessieren sich die Forscher für die zweckmäßige Dimensionierung und Regelung von bivalenten Systemen sowie die reale Schallbelastung von Außenluft-Wärmepumpen im Feld. Für die Ermittlung von Schalldruckpegeln zur Quantifizierung der Lärmbelastung wird es entscheidend sein, eine zuverlässige Methode zur Filterung von Fremdgeräuschen zu entwickeln. Hierfür wird das Konsortium durch das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der messtechnisch nachgewiesenen PV-Eigenstromnutzung von Wärmepumpen und der damit verbundenen Netzinteraktion liegen.

Am 19. Februar 2020 fand am Fraunhofer ISE in Freiburg das Kickoff-Treffen für das bis November 2022 laufende Projekt statt. Das Konsortium kann noch durch weitere Partner aus der Industrie ergänzt werden.

Wärmepumpenbetreiber mit Interesse an einer messtechnischen Untersuchung ihrer Anlage können sich gern über eine dafür vorgesehene Eingabemaske registrieren.