Atlas für geeignete Elektrolyseur-Standorte in Deutschland

PoWerD

Ein Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Universitäten und Industrie hat geeignete Elektrolyseur-Standorte in Deutschland analysiert. Seit Mai 2025 steht der frei zugängliche Wasserstoff-Potenzial-Atlas bereit. Der Online-Atlas kennzeichnet und bewertet potentiell geeignete Standorte für die Erzeugung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse und dessen Nutzung in verschiedenen Industriebranchen und im Verkehr. Damit unterstützt »PoWerD« Unternehmen bei der Standortsuche für die optimale Elektrolyseur-Platzierung und gibt Projektentwickelnden für Wasserstoffanlagen eine Orientierung für nachfolgende Planungsprozesse an die Hand.

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Grüner Wasserstoff als ein zentrales Element der Energiewende verbindet Industrie, Stromnetze und den Verkehrssektor. Er schöpft das Potenzial erneuerbarer Energien aus und ermöglicht die Nutzung von Koppelprodukten wie Wärme und Sauerstoff, um eine nachhaltige und effiziente Energiezukunft zu gestalten.

Ausgangslage

Wasserstoff ist ein zentraler Baustein für die umfassende Kopplung der Sektoren Elektrizität, Wärme, Verkehr und Industrie. Als leicht zu transportierender chemischer Energieträger trägt er zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und ersetzt fossile Brennstoffe und Chemikalien. Die Elektrolyse wird damit zu einer Schlüsseltechnologie der Energiewende, weshalb die EU-Wasserstoffstrategie bis zum Jahr 2030 die Installation von Elektrolyseuren mit einer Leistung von mindestens 40 Gigawatt anstrebt.

Doch wo ist der Einsatz von Elektrolyseuren in Deutschland besonders sinnvoll? Der geeignete Standort ist beim Ausbau von Power-to-Hydrogen-Elektrolyseuren von zentraler Bedeutung, denn lokale Gegebenheiten wirken sich stark auf das ökonomische und ökologische Potenzial aus. So sind beispielsweise die Verfügbarkeit von preisgünstigem grünem Strom, die Kundenstruktur für die Abnahme des erzeugten Wasserstoffs oder die Nutzbarkeit von zusätzlich entstehenden Koppelprodukten bei der Wasserstoffproduktion wichtige Entscheidungskriterien. Darüber hinaus kann durch die optimierte Produktion von Wasserstoff (H2) das Stromnetz entlastet und die Notwendigkeit teurer Redispatch-Maßnahmen vermieden werden.

Ziel

Übergeordnetes Ziel des Projekts war die national flächendeckende Visualisierung von sinnvollen Elektrolyseur-Standorten mit einer Unterscheidung nach einem volkswirtschaftlichen und einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise unter der Nutzung von Koppelprodukten aus der Elektrolyse (Sauerstoff und Abwärme).

Lösungsansatz

In »PoWerD« wurden die lokalen Gegebenheiten in Bezug auf eine optimierte Standortwahl für Elektrolyseure unter Berücksichtigung folgender Aspekte untersucht:

  • Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien
  • mögliche Wasserstoffbedarfe, insbesondere Industrie (z. B. Chemie- und Stahlindustrie) und Verkehr (z. B. Busse und Züge) 
  • heutige und zukünftige Wasserstoffinfrastruktur 
  • Stromnetzentlastung 
  • Nutzung von Koppelprodukten (Wärme für industrielle Prozesse und Sauerstoff für Kläranlagenbetreiber)

Ergebnisse

Der Atlas enthält Darstellungen in Form von Karten (Webatlas), aus denen das Potenzial für die Errichtung von Power-to-Hydrogen-Anlagen in unterschiedlichen Szenarien und Geschäftsmodellen hervorgeht. Diese Karten können von Unternehmen (z. B. künftigen Elektrolyseur-Betreibern und -Errichtern) zur Identifikation geeigneter Anlagenstandorte frei zugänglich im Internet verwendet werden.

Durch die gezielte und optimierte Standortwahl trug das Projekt somit maßgeblich zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Anlagen zur Wasserstoffproduktion bei.

Förderung

Das Projekt »PoWerD«  wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Nachhaltigkeitsziele

Das Forschungsprojekt »PoWerD« trägt in diesen Bereichen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei:

Weitere Informationen zu diesem Forschungsthema:

Pressemitteilung | Mai 2025

Neuer Atlas zeigt geeignete Standorte für Power-to-Hydrogen-Anlagen

Geschäftsfeldthema

Membranelektrolyse

Geschäftsfeld

Wasserstofftechnologien