Netto-Nullenergiegebäude - Rathaus Freiburg

Demonstrationsgebäude - Neues Verwaltungszentrum Freiburg: Netzdienliches Netto-Nullenergie Bürogebäude

Laufzeit: August 2015 - Dezember 2019
Auftraggeber / Zuwendungsgeber:
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über den Projektträger Jülich
Kooperationspartner: Stadt Freiburg, badenova
Projektfokus:
Das Neue Verwaltungszentrum Freiburg im Rohbau
© Fraunhofer ISE

Das Neue Verwaltungszentrum Freiburg im Rohbau.

Modell neues Rathaus Freiburg
© Albert Josef Schmidt

Modell des Siegerentwurfs des Architekturbüros ingenhoven architects, das ovale Gebäude in der Mitte ist der erste von drei geplanten Bauabschnitten.

Die Stadt Freiburg baut mit dem neuen Verwaltungszentrum (NVZ) das nach derzeitigem Kenntnisstand europaweit größte Gebäude (EBF 23.000 m²) mit der Zielsetzung Plusenergiegebäude, also ein Gebäude, das primärenergetisch bilanziert in der Jahresbilanz mehr Energie zur Verfügung stellt, als es selbst benötigt. Bilanzgrenze für die Primärenergiebilanz ist der nach EnEV zu betrachtende Energiebedarf für Heizung, Lüftung, Beleuchtung und Kühlung, nutzungsabhängiger Bedarf, etwa für Arbeitsgeräte, EDV und Kantine werden nicht berücksichtigt. Das Anfang 2017 fertig gestellte Gebäude ist der erste von drei geplanten Bauabschnitten. Im Laufe des Jahres 2017 ziehen zunächst mehrere, vorher über die Stadt verteile Ämter ein, der Vollbetrieb inklusive Bürger-Servicezentrum soll im Herbst 2017 starten.

Zum Erreichen einer jahresbilanziell ausgeglichenen Primärenergiebilanz durch Energiegewinnung am Gebäude besteht bei großen Gebäuden die Herausforderung, dass die Nutzfläche (und damit der Energiebedarf) schneller steigt als die zur Verfügung stehenden Flächen zur Energiegewinnung (Dach und Fassaden). Zum Ausgleich des Energiebezugs wird am NVZ nahezu die gesamte Gebäudehülle – wo sinnvoll und möglich – zur Energie­gewinnung genutzt. Zur aktiven Energiegewinnung wird hauptsächlich Photovoltaik eingesetzt, kombiniert mit photovoltaisch-thermischen Kombi-Kollektoren (PVT) und einem Biogas-Kessel. Die Niedertemperatur-Wärmeversorgung basiert auf grundwassergekoppelten Wärmepumpen, Heizung und Kühlung erfolgt über Flächensysteme (Betonkernaktivierung in Kombination mit Deckensegeln), sodass mit niedrigen Temperaturen geheizt wird, die Kühlung erfolgt (nahezu) vollständig mit Umweltenergie (Grundwasserbrunnen). Die Trink­wasser­erwärmung für Kantine und sanitäre Anlagen erfolgt über einen solarthermisch unterstützten Gaskessel (Biogas).

Ein Ziel des Projekts ist es, von Planung und Ausschreibung über Bau und Inbetriebnahme bis zu einem fortlaufende Energiemonitoring, Werkzeuge zur integralen Planung und Erfolgskontrolle einzusetzen bzw. weiterzuentwickeln. Im Betrieb stehen die dynamischen Lastprofile von Bedarf und Erzeugung im Fokus, neben der Betriebsüberwachung wird auch die Interaktion mit den Versorgungsnetzen untersucht und Möglichkeiten eines netzdienlichen Betriebs erarbeitet.