Bidirektionale Flexibilität durch Flottenkraftwerke in und um Unternehmen

BiFlex-Industrie

Bidirektionales Laden macht es möglich, Fahrzeugflotten und Pendlerfahrzeuge als Speicher in die Energieversorgung des Unternehmens einzubinden. Das Projekt »BiFlex-Industrie« testet an sieben Unternehmensstandorten mit rund 40 Fahrzeugen Geschäftsmodelle und Technik rückspeisefähiger Ladesysteme. 

Direkte und effiziente Sektorenkopplung von Photovoltaik und E-Mobilität sind wichtig für die Energie- und Verkehrswende.
© Juan Enrique del Barrio/Shutterstock.com
Direkte und effiziente Sektorenkopplung von Photovoltaik und E-Mobilität sind wichtig für die Energie- und Verkehrswende.

Ausgangslage

Elektrofahrzeuge sind ein Kernelement der Energiewende, denn neben stationären Speichern sind Fahrzeugbatterien prädestiniert dafür, für einen kurz- bis mittelfristigen Ausgleich von Last und Erzeugung im deutschen Energiesystem zu sorgen. Der Schritt hin zu einer marktfähigen Lösung und damit zur tatsächlichen Nutzung des Potenzials von bidirektionalem Laden ist komplex. Bisher fehlt es an rückspeisefähigen Ladesystemen, der Integration von Hard- und Softwaresystemen wie Ladeinfrastrukturen und Plattformen für die Repräsentation von Daten, Ansteuerung und Kommunikationsschnittstellen. Auch die Abrechnung und Vermarktung im Umfeld der bestehenden Regulierung und des normativen Rahmens stellen einer Herausforderung dar.

Ziel

Mit dem Projekt BiFlex-Industrie sollen konkrete Anwendungsfälle rückspeisefähiger Fahrzeuge an Unternehmensstandorten demonstriert werden. Die Projektpartner wollen den direkten Nutzen rückspeisefähiger Fahrzeugflotten für Unternehmen und energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle herausarbeiten. Zudem wollen sie demonstrieren, dass sie großflächig in bestehende Systeme integriert werden und zur Keimzelle für Flottenkraftwerke werden können – zur Betriebsoptimierung des Unternehmens wie auch des übergeordneten Stromsystems. 

Das Projekt »BiFlex-Industrie« hat sich zum Ziel gesetzt, rückspeisefähige Ladestationen gemäß der aktuell vorhandenen AC- und DC-Technologiekonzepte zu entwickeln, insbesondere die dazugehörigen offenen standardisierten Kommunikationsschnittstellen. 

Lösungsansatz

Das Projekt stellt Unternehmensstandorte mit Betriebsfahrzeugen und Fahrzeugen der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt. Unter anderem werden Demonstratoren mit ca. 40 rückspeisefähigen Fahrzeugen an sieben verschiedenen Unternehmensstandorten realisiert, an denen unterschiedliche relevante Anwendungsfälle für bidirektionales Laden getestet werden sollen.

Die Partner haben sich dafür folgendes vorgenommen:

  • Bestimmung von Flexibilitätspotenzialen: Konzepte und Verfahren zur Bestimmung und Prognose der Flexibilitätspotenziale durch Rückspeisung
  • Demonstration im Betrieb: Konkrete Anwendungsfälle zeigen, wie rückspeisefähige Elektrofahrzeuge als flexible Energiespeicher genutzt werden können
  • Nutzen für Unternehmen: Den direkten Vorteil bidirektionaler Fahrzeugflotten für Unternehmen und deren Geschäftsmodelle aufzeigen
  • Integration in bestehende Systeme: Demonstrieren, dass rückspeisefähige Fahrzeuge großflächig in bestehende Energiesysteme integriert werden können
  • Entwicklung marktfähiger Lösungen: Die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des bidirektionalen Ladens identifizieren und marktfähige Lösungen schaffen

Projektpartner

  • Ambibox GmbH
  • Chargebyte GmbH
  • Deutsche Kommission Eletrotechnik/Elektrotechnik Informationstechnik in DIN und VDE
  • ENIT Energy IT Systems GmbH
  • Fraunhofer IAO
  • Fraunhofer IOSB-AST
  • Hochschule Karlsruhe University of Applied Sciences
  • LADE GmbH
  • Mahle chargeBIG GmbH
  • Marquardt GmbH
  • Physikalisch-Technische Bundesanstalt
  • SMART/LAB Innovationsgesellschaft mbH
  • Thüga Aktiengesellschaft
  • Universität Duisburg-Essen

Förderung

Das Projekt »BiFlex-Industrie«  wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert (FKz: 01MV23020A).

Nachhaltigkeitsziele

Das Forschungsprojekt »BiFlex-Industrie« trägt in diesen Bereichen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele bei:

Weitere Informationen zu diesem Forschungsthema

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