Kopernikus-Ariadne

Ariadne – Evidenzbasiertes Assessment für die Gestaltung der deutschen Energiewende

Laufzeit: 06/2020 - 05/2023
Auftraggeber / Zuwendungsgeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Kooperationspartner: adelphi| Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg (BTU) | Deutsche Energie-Agentur (dena) | Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) | Ecologic Institute | Fraunhofer Cluster of Excellence Integrated Energy Systems (CINES) | Helmholtz-Zentrum Geesthacht | Hertie School | Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen | Institut der deutschen Wirtschaft Köln | Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität | Institute For Advanced Sustainability Studies (IASS) | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) | Öko-Institut | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung | Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz | Stiftung Umweltenergierecht | Technische Universität Darmstadt | Technische Universität München | Universität Hamburg | Universität Münster | Universität Potsdam | Universität Stuttgart – Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) | ZEW - Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Webseite: Kopernikus-Projekt »Ariadne«
Projektfokus:
Energiesystemmodell REMod des Fraunhofer ISE
© Fraunhofer ISE
Energiesystemmodell REMod des Fraunhofer ISE

Die Gestaltung der Energiewende ist das Thema eines umfassenden Forschungsprozesses, zu dem sich 26 Forschungseinrichtungen im Projekt »Ariadne« zusammenfinden. ARIADNE ist eines der vier Kopernikus-Projekte, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden. Innerhalb der dreijährigen Laufzeit soll erforscht werden, welche Politikinstrumente zur Erfüllung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens geeignet sind. Vom besseren Verständnis der Wirkung einzelner politischer Maßnahmen und Politikpfade bis hin zum Überblick über das Gesamtsystem – gemeinsam mit Akteur:innen aus Politik, Energiewende und Gesellschaft untersucht das Projekt sinnvolle Strategien für die Energiewende und ihre Akzeptanz bei Bürger:innen. Erkenntnisse und Ergebnisse trägt das Projekt laufend auf einer multimedialen Website zusammen.

Wer ist Ariadne? In der griechischen Mythologie gelang dem legendären Helden Theseus durch den Faden der Ariadne die sichere Navigation durch das Labyrinth des Minotaurus.

Angelehnt daran hat das Projekt Ariadne zum Ziel, ein Gesamtbild zu liefern: in Bezug auf Technologien, Instrumente sowie regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Gleichzeitig gilt es, Detailwissen für spezifische Sektorfragen zu  erarbeiten – um die Frage zu beantworten, welche zum CO2-Preis komplementären Politikinstrumente in jedem Sektor zielführend sind. Wichtig ist hierbei, sowohl in den Einzelsektoren als auch bei der sektorübergreifenden Koordination, frühzeitig Fehlentwicklungen wie Lock-In Effekte zu identifizieren, die das Erreichen der langfristigen Klimaziele gefährden.

Mittelpunkt des Projekts ist ein Grünbuch-Weißbuch-Prozess – er soll Entscheidern Optionen vorstellen, die Politik so zu gestalten, dass die Einhaltung der Klimaschutzziele mit gesellschaftlich akzeptierten Politikinstrumenten möglich wäre.

Das Grünbuch: Was politisch möglich ist

Grundlage aller Arbeiten ist zunächst eine Bestandsaufnahme des Status Quo. In einem Grünbuch werden mögliche Optionen der Steuerung der Energiewende beschrieben.

Das Weißbuch: Was gesellschaftlich akzeptiert ist

Die Ergebnisse des Grünbuch-Prozesses sind für Ariadne die Basis einer zweiten Konsultations-Runde: In Dialogforen und Bürgerdialogen mit Politiker:innen und Akteur:innen der Energiewende diskutiert das Projekt die erarbeiteten Optionen des Grünbuchs. Die Ergebnisse davon veröffentlicht Ariadne in einem multimedialen Online-Weißbuch.

In Zusammenarbeit mit seinen Schwesterinstituten im Fraunhofer Exzellenzcluster CINES trägt das Fraunhofer ISE zu den »Ariadne«-Analysen im Kontext der deutschen Energiewende bei. Das Fraunhofer ISE leitet, unter Dr. Christoph Kost, zusammen mit dem Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung (PIK) das Arbeitspaket zu Systemischen Wirkungen und setzt hierbei das Energiesystemmodell REMod ein. Ziel des Arbeitspakets ist, (1) die Wirksamkeit bereits implementierter Klimaschutzmaßnahmen in Bezug auf die langfristigen Klimaziele zu untersuchen, (2) zur Erreichung der Langfristziele verschiedene Energiewendestrategien zu formulieren, und (3) diese verschiedenen Strategien einer detaillierten Folgenanalyse zu unterziehen, etwa mit Blick auf Umweltwirkungen, Verteilung oder Wettbewerbsfähigkeit. Am Fraunhofer ISE werden in diesem Projekt die gesamtsystemischen und sektorkopplungsrelevanten Fragen unter Einsatz des Energiesystemmodells REMod analysiert. Hier möchte die Forschungsgruppe herausfinden, wie die Politikmaßnahmen und Instrumente in einem sektorübergreifenden Zusammenspiel am besten in Bezug auf die Energiewende zusammenwirken.

Weiterhin leitet das Fraunhofer ISE unter Sebastian Herkel  das Arbeitspaket „Sektorale Fokusanalyse Wärmewende“, in welchem Herausforderungen und Lösungsoptionen der Wärmewende evaluiert sowie die systemische Wirkung von Instrumenten analysiert, dargestellt und bewertet werden. Hier beantwortet die Forschungsgruppe am Fraunhofer ISE, wie die Potentiale im Gebäudebereich und Wohnungsmarkt technologiespezifisch und akteursspezifisch noch besser umgesetzt werden können. Dazu ist ein enger Dialog mit den Stakeholdern der Branchen und Akteuren wie Mietern und Eigentümern vorgesehen.

Die Gesamtleitung des Ariadne-Projekts liegt bei Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie des Mercator Research Center on Global Commons and Climate Change (MCC).