Erste Internationale Konferenz zur Agrar-Photovoltaik findet im Oktober 2020 statt

14. September 2020

Agrar-Photovoltaik ermöglicht die gleichzeitige Nutzung von Flächen sowohl für die Landwirtschaft als auch für Solarkraftwerke. Damit bietet sie Chancen für die Herstellung von Nahrungsmitteln und Energie, und kann darüber hinaus auch wertvolle Beiträge zum Schutz von Boden und Pflanzen leisten. Der Termin für die erste internationale Konferenz zu agrar-photovoltaischen Systemen – AgriVoltaics2020 – wurde wegen der Corona-Pandemie auf den 14. bis 16. Oktober 2020 verschoben. Die Konferenz findet online statt und steht unter dem Motto »Launching Agrivoltaics World-Wide«.

© Fraunhofer ISE
Die Idee der Agrar-Photovoltaik wurde von Fraunhofer ISE-Gründer Prof. Dr. Adolf Goetzberger und seinem Kollegen Dr. Armin Zastrow bereits 1981 vorgestellt.

»Es zeigt sich immer mehr, dass unterschiedliche Bereiche zusammen gedacht werden müssen«, meint Max Trommsdorff, Teamleiter Agrar-Phovotoltaik am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Er bezieht sich dabei auf die Erkenntnis, dass der Anbau von Pflanzen als Nahrungsmittel und eine nachhaltige Energieerzeugung keine Konkurrenz um Flächen darstellen muss, sondern in einem klugen Miteinander auch Natur und Landwirtschaft aller Klimazonen stark davon profitieren können. »Diese Vernetzung – oftmals als Nexus bezeichnet – gerät bei Fördermittel-Gebern wie auch Entwicklungsbanken immer mehr in den Fokus«, weiß der Wissenschaftler. »Ich bin mir sicher, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um der Komplexität des Themas in Form einer wissenschaftlichen Konferenz zu begegnen«, so Trommsdorff weiter.

Die Organisatoren der AgriVoltaics2020-Konferenz haben beschlossen, die Konferenz ausschließlich online abzuhalten, um den Teilnehmern und Teilnehmerinnen eventuelle Schwierigkeiten durch Reisebeschränkungen zu ersparen. Dafür wird eine virtuelle Konferenzplattform zur Verfügung gestellt, die vollen Zugang zu Präsentationen, Postern und Einreichungen bietet. Darüber hinaus soll die Möglichkeit geboten werden, mit anderen Konferenzteilnehmern und -teilnehmerinnen online in Kontakt zu treten. Die gehaltenen Präsentationen können bis Februar 2021 auf der virtuellen Konferenzplattform abgerufen werden.

»Wir sind selbst überrascht von der Vielzahl an Einreichungen, deren wissenschaftlicher Qualität und dem großen weltweiten Interesse an der Agrar-Photovoltaik, was sich in zahlreichen Anfragen zu dem Thema zeigt«, erklärt Werner Warmuth, Geschäftsführer der PSE Conferences & Consulting GmbH, welche die Veranstaltung  gemeinsam mit dem französischen Institut National de la Recherche Agronomique (INRA) und dem Fraunhofer ISE organisiert.

Das  interdisziplinäre Programm für die dreitägige AgriVoltaics2020-Konferenz ist online auf der Konferenz-Website abrufbar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 21 Ländern werden vertiefte Einblicke in die neueste Forschung sowie Best Practices im Bereich der Agrar-Photovoltaik geben. Ausreichende Pausen für wissenschaftlichen Austausch und Networking sind eingeplant.

Thematische Schwerpunkte der Konferenz sind neben der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung unter photovoltaischen Modulen auch technische, soziale,  politische und wirtschaftliche Aspekte. In vertiefenden Vorträgen ("Extended Talks") werden renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen  aus verschiedenen Kontinenten über Erfahrungen mit Agrar-Photovoltaik in Japan, Ost-Afrika und den USA berichten.

Im kommenden Jahr ist die AgriVoltaics2021-Konferenz dann im Raum Freiburg geplant, wobei das Fraunhofer ISE die wissenschaftliche Leitung übernehmen wird.

 

Link zur Konferenz-Seite: https://www.agrivoltaics-conference.org/