Appell des BVES: Der Green Deal braucht Energiespeicher

03. Juli 2020

Anlässlich der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Deutschland appelliert der Bundesverband Energiespeicher Systeme e.V. (BVES), die Umsetzung europäischer Richtlinien nicht länger zu verzögern. Deutschland müsse mit gutem Beispiel vorangehen und diese schnell ins deutsche Energierecht übernehmen, um das Energiesystem für die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu ertüchtigen. Der Green Deal, der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Sektorenkopplung seien ohne Energiespeicher nicht umsetzbar.

© Fraunhofer ISE
Batteriespeichersysteme, wie hier auf Borkum, tragen zur großskaligen Netzintegration erneuerbarer Energien und Sektorkopplung bei.

»Energiespeicher sind für die nächste Stufe der Energiewende zwingend erforderlich. Daher ist es dringend geboten, die noch immer existierenden regulatorischen Hemmnisse für Energiespeicher schnellstens abzubauen und somit insbesondere auch neuen Technologien einen diskrimierungsfreien Marktzugang zu ermöglichen«, erklärt Dr. Matthias Vetter, Abteilungsleiter Elektrische Energiespeicher am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

Die EU habe mit dem Clean Energy Package, insbesondere der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie II und der Elektrizitätsbinnenmarkt-Richtlinie, gut vorgelegt für eine passende Integration von Energiespeichern. Diese Richtlinien stehen zur Übernahme in das deutsche Energierecht an und könnten das Fundament für den Green Deal in Deutschland sein.

Deutschland habe die richtigen Speichertechnologien und zukunftsweisende Speicheranwendungen entwickelt, die eine Ausrichtung der Industrie auf Innovation und Klimaschutz ermöglichen. Energiespeicher sind das Element, um die Energiewende auch im Gebäude- und Mobilitätsbereich sowie bei der Systeminfrastruktur mit hoher heimischer Wertschöpfung umzusetzen und gleichzeitig zum Exportschlager zu machen.

Der BVES fordert daher, die Speicherung von Energie neben den bisherigen drei Säulen des Energiesystems Erzeugung, Transport und Verbrauch als viertes, aktives Element zu übernehmen. Energiespeicher weiterhin als Letztverbraucher zu behandeln, behindere ihren Einsatz. Das Energiesystem ist vor dem Hintergrund des zunehmenden Anteils volatiler sowie wachsender dezentraler Erzeugung neu auszurichten und entsprechend regulatorisch anzupassen.