Fraunhofer ISE vermittelt solares Know-How in Bolivien

25.1.2018

Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) war Projektmanager Benjamin Knödler vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE im Dezember 2017 in Bolivien unterwegs. Gemeinsam mit Georg Hille, einem ehemaligen Fraunhofer ISE-Mitarbeiter, hielt er im Rahmen der »Programas de Energías Renovables« Schulungen zu Photovoltaikanlagen.

Umgang mit der Wärmebildkamera
© Foto GIZ

Benjamin Knödler (l.) erläutert einem Schulungsteilnehmer in Santa Cruz de la Sierra den Umgang mit der Wärmebildkamera.

Leistungsmessung an einer Photovoltaik-Anlage
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Leistungsmessung an einer Photovoltaik-Anlage während der Schulung in Santa Cruz de la Sierra.

An der Universität in La Paz (UMSA) hielt Benjamin Knödler zunächst eine Schulung für Professoren sowie Mitarbeiter von Netzregulierungsbehörden und Firmen mit entsprechendem Aufgabenfeld ab.  Diese befasste sich vor allem mit den Grundlagen der solaren Strahlung, der Auslegung von PV-Systemen, deren Überprüfung und Vermessung sowie Finanzierung.

Eine weitere, stärker praxisbezogene Schulung fand in der größten Stadt Boliviens, Santa Cruz de la Sierra, vor 30 Technikern statt. Anhand der 315 Kilowatt großen Photovoltaik-Anlage des Flughafens Viru Viru erläuterten die deutschen Experten Messmethoden zur Überprüfung von Solaranlagen und die Auswertung der Ergebnisse. Die Techniker übten auch selbst den Umgang mit der Wärmebildkamera und dem Leistungsmessgerät. »Die Schulung war eine großartige Erfahrung sowohl für mich persönlich als auch beruflich. Wir sind sehr herzlich empfangen worden und auf sehr großes Interesse aller Teilnehmer gestoßen. Statt reinem Vortrag wurde viel im Dialog durch Fragen der Teilnehmer besprochen«, berichtet Benjamin Knödler, der das Andenland zum ersten Mal besuchte.  

Bolivien hat gutes Potenzial für die Nutzung von Solarenergie, die jährliche Einstrahlung von 1300 bis 2.700 Kilowattstunden pro Quadratmeter ist eine der höchsten in Lateinamerika. »Besonders interessant sind die verschiedenen Klimazonen, was eine Herausforderung für die Auslegung einer PV-Anlage sowie für die Auswahl der Komponenten darstellt. In der Hochebene erlangt man bei dünner trockener Luft und mäßigen Temperaturen hohe Einstrahlungen von bis zu ca. 1200 W pro Quadratmeter, während in niedrigen Regionen PV-Anlagen feuchttropischem Klima und ganzjähriger Hitze ausgesetzt sind«, so Benjamin Knödler.