Fragen und Antworten zum Laborbrand am 24.02.2017

Auf dieser Seite stellen wir gesicherte Informationen zum Brand im Fraunhofer ISE Photovoltaik-Technologie Evaluationscenter PV-TEC bereit. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu einigen wichtigen Fragen derzeit noch keine Auskunft geben können. Weitere Ermittlungen laufen, die Informationen auf dieser Seite und unseren weiteren Kommunikationskanälen (Facebook / Twitter) werden aktualisiert, sobald gesicherte Erkenntnisse vorliegen.

Was ist am 24.02.2017 passiert?

Update 03.03.2017, 14:00

Am Freitag, den 24. Februar 2017, kam es im Photovoltaik-Technologie Evaluations Center (PV-TEC), einem Labor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, gegen 11:00 Uhr vormittags zu einem Brand. Die Brandmeldeanlage wurde ausgelöst und das gesamte Solar Info Center, in dem das Labor untergebracht ist, umgehend geräumt. Die Feuerwehr war mit Großeinsatz vor Ort und konnte mit Unterstützung des Facility Managements des Fraunhofer ISE den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Das Gebäude wurde zunächst polizeilich gesperrt.

Was war die Brandursache?

Update 09.03.2017, 15:30

Im Moment liegen dem Fraunhofer ISE noch keine gesicherten Informationen zur Brandursache vor. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Ursachenfindung aufgenommen.

Zu diesem Zweck wurde am Freitag 03.03.2017, ab 16:00 Uhr aus Sicherheitsgründen das gesamte Solar Info Center für alle Mieter polizeilich gesperrt, damit ein Expertenteam eine erste Sondierung der Situation am Brandort vornehmen konnte.

Über die Ergebnisse der Untersuchung berichten wir unter der Frage:
»Sind durch den Brand gesundheitsgefährdende Schadstoffniederschläge im Gebäude erfolgt?«

Was ist das PV-TEC?

Das Photovoltaik-Technologie Evaluations Center (PV-TEC) des Fraunhofer ISE ist ein Labor für die Fertigung von Solarzellen im Industriemaßstab. Das bedeutet, dass Zellen die gleichen Herstellungsschritte und Anlagen durchlaufen wie bei kommerziellen Produzenten. Es ist ein Dienstleistungszentrum für die Photovoltaik (PV)-Industrie und bietet seinen Kunden Forschung, Entwicklung und Services an. Seit seiner Gründung 2006 unterstützt es den Transfer von Solarzellentechnologien in die Industrie. Das PV-TEC ist im Solar Info Center in Freiburg angesiedelt.

Was ist das Solar Info Center?

Das Solar Info Center in Freiburg (SIC) ist ein Technologie- und Dienstleistungszentrum für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. 500 Menschen in mehr als 40 Firmen arbeiten hier. Rund die Hälfte der Fläche des SIC hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE angemietet. Dort sind sowohl Büroräume als auch Laborflächen des Forschungsinstituts untergebracht.

Warum wurden Chemikalien in dem Gebäude aufbewahrt?

Da es sich um ein Labor zur Herstellung von Solarzellen handelt sind dort auch die für die Solarzellenproduktion notwendigen Chemikalien im Einsatz. Alle Chemikalien sind im Labor fachgerecht und entsprechend dem Sicherheitsstandard gelagert.

Sind durch den Brand gesundheitsgefährdende Schadstoffniederschläge im Gebäude erfolgt?

Update 09.03.2017, 15:30

Nach Prüfung der Räumlichkeiten im Solar Info Center durch einen Brandsachverständigen und ein Fachunternehmen kann festgestellt werden, dass in vielen Räumlichkeiten kein Rußniederschlag erfolgt ist. Untersuchungen am Ruß zeigten auf, dass dieser toxikologisch unbedenklich ist. Es besteht somit keine direkte Gefahr für Personen. Das gesamte Gebäude wurde gereinigt.

Herr Gruber, unabhängiger Brandsachverständiger der Firma gb&t, konnte Entwarnung in Bezug auf die toxikologischen Untersuchungen durchgeführt an in Büros des Solar Info Center gefundenen Rußpartikel und Schadstoffe geben: »Die Messungen, durchgeführt durch das anerkannte und unabhängige Unternehmen IFU in Heitersheim, liefern für Schadstoffe Werte, die unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Die Befunde liegen vor und können bei der Hausverwaltung des Solar Info Center eingesehen werden«.  

Die Begehung des Unglücksortes am 03.03.2016 zeigte, dass alle Chemikalienvorratsbehälter intakt sind und der Füllstand mit den Chemikalien deutlich erkennbar ist. Damit kann ausgeschlossen werden, dass ein Austreten von Chemikalien in hochkonzentrierter Form stattgefunden hat. Diese Feststellung passt sehr gut zu den oben beschriebenen Messergebnissen der Rußanalysen.

Herr Gruber, unabhängiger Brandsachverständiger der Firma gb&t äußerte sich dazu, wie folgt: »Wir mussten vom schlimmsten Fall ausgehen, aber der Erkundungsgang hat nun gezeigt, dass die im Labor des Fraunhofer ISE sach- und fachgerecht gelagerten Chemievorratsbehälter nicht vom Feuer erfasst wurden. Durch die schnelle Alarmierung der Feuerwehr durch die Brandmeldeanlage im Labor und das schnelle Vorgehen der Feuerwehr im Zusammenwirken mit den Sicherheitseinrichtungen konnte ein Übergreifen des Brands auf die Chemikalienfässer verhindert werden.«  

Wie ist der Status der Gebäudefreigabe?

Update 09.03.2017, 15:30 Uhr

Grundsätzlich wurde und wird jeder Schritt zur Freigabe mit dem Umweltschutzamt Freiburg abgestimmt.

Da die Feuerwehr exzellente Arbeit beim Löschvorgang geleistet hat und das Gebäude des Solar Info Center nach Aussage des Brandschutzsachverständigen eine sehr gut umgesetzte Brandschutzausführung hat, konnte der Brand nicht nur schnell gelöscht werden, sondern auch die nicht vom Brand betroffenen Gebäudeteile relativ schnell sukzessive wieder freigegeben werden. Inzwischen sind alle Gebäudeteile bis auf Teile im Nordosten und die eigentliche Brandstelle freigegeben.

Die Statik betreffend gibt es seit der Begehung am 03.03.2017 die Gewissheit, dass nur eine tragende Säule des Gebäudes beschädigt ist und vor weiterer Belastung zunächst abgesichert werden muss. Parallel dazu ist für die zeitnahe Bergung der Chemikalien am Brandort selbst eine Fachfirma beauftragt.  

Am  03.03.2017 konnten die noch in der Tiefgarage geparkten Autos und Fahrräder herausgeholt werden. Eine Schadstoffbeaufschlagung der Fahrzeuge hat nicht stattgefunden. Sie wurden alle gereinigt. Die Mieter des Solar Info Center wurden über den Abholtermin durch die Hausverwaltung informiert.

 

Update 21.03.2017, 10:58 Uhr

Am frühen Abend des 16.3.2017, wurde das SIC ab 17 Uhr komplett geräumt und ab 18 Uhr mit der Bergung der Chemikalien im PV-TEC durch eine Fachfirma begonnen. Die Mieter des SIC wurden rechtzeitig über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt.

Am 20.3. wurde das SIC ab 17:30 erneut geräumt, um die Bergung der Chemikalien fortzusetzen. Der angrenzende Hirtenweg wurde zeitweise durch die Polizei gesperrt. Zwischen 18:30 Uhr und 23 Uhr wurden weitere Chemikalien aus dem PV-TEC geborgen. Vertreter des Umweltamtes Freiburg waren vor Ort. Die Bergung konnte ohne Probleme durchgeführt werden.

Die Feuerwehr war an beiden Terminen vor Ort, um im Notfall eingreifen zu können. Die Bergungsarbeiten gingen ruhig und problemlos über die Bühne.

Die Bergung der Chemikalien wird in den nächsten Tagen fortgeführt. Alle Arbeiten finden unter den nötigen Sicherheitsmaßnahmen und der Aufsicht der zuständigen Behörden statt.

Wie geht es mit dem PV-TEC und den Projekten dort weiter?

Update 03.03.2017, 14:00

 

Aktuell ist der Forschungsbetrieb im PV-TEC eingestellt. Das Labor ist gesperrt, bis alle notwendigen Untersuchungen zur Klärung der Brandursache sowie zur Vorbereitung der Wiederöffnung des Solar Info Center abgeschlossen sind. Das Fraunhofer ISE arbeitet derzeit an einem Notfallplan, um die im PV-TEC laufenden Projekte und Aufträge baldmöglichst außerhalb des vom Brand betroffenen Labors weiter bearbeiten zu können. Es ist nicht davon auszugehen, dass Projekte wegen des Laborbrands nicht bearbeitet werden können.

Ist der Vorfall wirtschaftlich existenzbedrohend für das Fraunhofer ISE?

Update 03.03.2017, 14:00

Das Schadensvolumen für das PV-TEC wird auf eine Summe im höheren zweistelligen Millionenbereich geschätzt. Von einer existenzbedrohenden Situation kann dennoch nicht gesprochen werden.