Neuartige Solarzellenkonzepte und Photonenmanagement

Profil des Marktbereichs
Die meisten heute verfügbaren Solarzellen bestehen aus nur einem Halbleitermaterial mit einem p/n-Übergang. Damit lässt sich die im Sonnenspektrum enthaltene Energie nur unvollständig ausnutzen. Im Marktbereich Neuartige Solarzellenkonzepte und Photonenmanagement entwickeln wir deshalb Konzepte und Technologien, mit denen sich die prinzipiellen Beschränkungen des Wirkungsgrades herkömmlicher Solarzellen überwinden lassen.
Die Schwerpunkte unserer Arbeit liegen zum einen in der Entwicklung von Systemen zum Photonenmanagement, zum anderen entwickeln wir Solarzellen aus Quantenpunktmaterialien.
Photonenmanagement zielt darauf ab, den Wirkungsgrad zu erhöhen, indem das Sonnenspektrum aufgeteilt oder verändert wird bevor das Sonnenlicht von Solarzellen absorbiert wird. Silicium-Quantenpunkte sind ein vielversprechendes Material für die Herstellung von Solarzellen, dessen Eigenschaften wie z.B. die Bandlücke sich für die Anwendung einstellen lassen.
Unsere Tätigkeiten umfassen darüber hinaus die Entwicklung neuer Konzepte, die Materialentwicklung und -charakterisierung, sowie die Herstellung kompletter Solarzellensysteme mit neuen Funktionalitäten.



Beim Photonenmanagement wird das Sonnenspektrum aufgeteilt oder verändert, bevor das Sonnenlicht von Solarzellen absorbiert wird. Dadurch lassen sich höhere Wirkungsgrad erzielen. Auf diese Weise werden die Kosten pro kWh der produzierten elektrischen Energie gesenkt. Der Vorteil des Photonenmanagement ist es, dass bestehende Solarzellentechnologien verwendet und miteinander kombiniert werden können.
Ziel der spektralen Aufteilung ist es, das Sonnenspektrum aufzuteilen und die einzelnen Teile auf Solarzellen zu leiten, die für den jeweiligen Bereich optimiert sind. Da jede Solarzelle für sich optimiert werden kann, lassen sich so sehr hohe Wirkungsgrade erreichen.
Die photovoltaische Energiekonversion beschränkt sich nicht nur auf die Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie. So kann beispielsweise auch die Strahlungsenergie einer Flamme oder eines beheizten Emitters zur Stromerzeugung verwendet werden. In der Thermo-Photovoltaik (TPV) wandeln spezielle Photovoltaikzellen diese Wärmestrahlung effizient in elektrische Energie um. Typische Temperaturen der Emitter liegen zwischen 900 °C und 2000 °C und strahlen somit primär im Infrarotbereich.
Seit etwa drei Jahren untersuchen wir am Fraunhofer ISE das Thema kristalline Si-basierte Tandemsolarzellen. In dieser Zeit erarbeiteten wir unter anderem umfassendes Know-how im Bereich Siliciumkarbid (SiC), das wir als Matrixmaterial für die Si Nano-Kristalle einsetzen. Neben der Herstellung dieser Si Nano-Materialien mittels plasmaunterstützter Gasphasenabscheidung (PECVD) und Festphasenkristallisation (SPC) wird insbesondere die kristallographische Charakterisierung und die Entwicklung einfacher Strukturen sowie der dazu benötigten Messapparaturen verfolgt. Weitere Schwerpunkte in unserem Team sind die Bestimmung von Transport- und Rekombinationseigenschaften mittels elektrooptischer Messmethoden wie zeitaufgelöster Photolumineszenz sowie mittels speziell entwickelter Messstrukturen. 